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Der (eigenen) Natur wieder vertrauen

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Angst vor Krankheit, Unsicherheit und Verlust

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Der (eigenen) Natur wieder vertrauen

Angst vor Krankheit, Unsicherheit und Verlust

Als eine gute Freundin mir neulich „amüsiert“ von einem Blogartikel auf der Plattform DocCheck berichtet, hätte ich es bereits wissen müssen. Es wäre sicher besser gewesen, diesen nicht zu lesen. Aber zu spät, die Neugier war doch stärker und so fliegen meine Augen auch schon über die Zeilen. Schnell erkenne ich, dass es dem anonymen Autor scheinbar darum geht, sich in einem regelrechten Rundumschlag über alle alternativen Heilansätze lustig zu machen. Angefangen von den Bachblüten über die klassische Homöopathie bis hin zu den Anthroposophen bezeichnet er all diese Ideen und Verfahren als „absurden Blödsinn“ und tituliert im selben Atemzug all diejenigen, die damit ihr Geld verdienen, als „Schwurbler“ und Betrüger. „Harter Tobak“, denke ich mir, als ich die Worte lese und merke, wie die Wut des Autors irgendwie auf mich übergreift. Selten habe ich in letzter Zeit einen respektloseren Artikel gelesen und stelle dabei fest, dass der Ton den „Faktenunwilligen“ gegenüber mittlerweile extrem rau und beleidigend geworden ist.

Respektlosigkeit gegenüber der Natur

Ich halte kurz inne und beginne darüber nachzudenken, was mich an diesen Zeilen eigentlich so wütend macht. Schließlich könnte ich die Worte mehr oder weniger amüsiert zur Kenntnis nehmen und den Artikel einfach beiseitelegen. Nach kurzer Zeit erkenne ich, dass es nicht die Worte an sich sind, die mich so in Rage versetzen. Es ist vielmehr die dahinter stehende Sichtweise, die mich auf die Palme bringt. Die Respektlosigkeit gegenüber der Natur und jeder Form der Naturverbundenheit. Ohne solide wissenschaftliche Fundierung und Beweisverfahren scheint der Mensch eben zu keinerlei Heilung fähig zu sein, vom Placeboeffekt einmal abgesehen, so der Verfasser. Dass alleine schon die bloße Anwesenheit in der Natur eine beruhigende und die Selbstheilungskräfte anregende Wirkung haben kann, würde der Autor sicherlich ebenso in das Reich der Mythen und des Aberglaubens verbannen, wie die Wirkung pflanzenbasierter Arzneimittel an sich. Jahrtausende altes Heilwissen einfach so mit einem Hinweis auf den fehlenden wissenschaftlich akzeptierten Nachweis mit einem Streich vom Tisch gewischt. Das nenne ich mal effektiv!

Keine andere Meinung

Das erste Problem, das ich in der derartig verurteilenden Denkweise sehe, ist nicht so sehr der tatsächliche Disput über bestimmte Inhalte. Jeder darf und sollte seine eigenen Thesen offen vertreten dürfen. Auch das ist im übrigen Teil der Wissenschaft! Es ist vielmehr die Art und Weise, wie Menschen anderer Überzeugung systematisch als „dumme Schwurbler“ stigmatisiert werden. Wer nur ansatzweise eine selbstheilende Form der natürlichen Körperintelligenz postuliert, bewegt sich aus Sicht des selbsternannten „wissenschaftlichen Aufsichtspersonals“ offensichtlich bereits auf dünnem Eis und läuft leicht Gefahr in den „Schwurblerteich“ einbrechen zu können.

Dabei ist der Wunsch und Drang nach einem natürlichen Lebensstil und einem geistigen Zuhause inmitten der Natur noch nie ausgeprägter gewesen wie heute. Immer mehr Klienten leiden zwischenzeitlich unter vorher nicht gekannten gesundheitlichen Ängsten. Trotz eines nie besser aufgestellten medizinischen Instrumentariums haben viele Angst davor, unheilbar krank zu werden. Sie fürchten sich, sogar bei negativen Befunden und Diagnosen derart vor einer möglichen Erkrankung, dass Schlaflosigkeit oder Panikattacken die häufigen Folgen sind. Entgegen der engagierten Darstellung des DocCheck-Autors scheint also doch auch eine seelische Dauerbelastung zu ganz real nachweisbaren körperlichen Symptomen führen zu können. Derartige Stimmungsmache gegen jeden, der seine eigenen Selbstheilungskräfte wieder anerkennt, scheint nicht zuletzt in Zeiten klammer Gesundheitskassen und Kliniken mit chronischem Personalnotstand reichlich deplatziert und für das Gesundheitssystem nur weiter „symptomverschlimmernd“ zu sein.

von Dirk Stegner

12. August 2022

„[...] Kurz um, wir könnten ein souveräneres, freieres und selbstbestimmteres Leben führen. Wäre das nicht wunderbar? Aber warum tun wir das eigentlich nicht?

Ganz einfach: weil uns häufig das nötige Vertrauen abhandengekommen ist. Wir vertrauen nicht mehr, weder der Natur, noch uns selbst. Je aufgeklärter und wissenschaftlicher die Gesellschaft geworden ist, desto weiter hat sie sich meines Erachtens nach auch von der Natur entfernt. Und vor allem haben sich die meisten von dem losgesagt, was sie als Mensch, und damit einem Teil der Natur, überhaupt ausmacht. [...]“

Auszug aus: Dirk Stegner „Warum es keine Angsthasen gibt“

Existenz der Nichtwirksamkeit

Für das zweite Problem, das ich in einer derartig einseitigen Sichtweise sehe, muss ich noch etwas weiter ausholen. Ich mag die Wissenschaft, denn es ist ja nichts Verwerfliches daran, dem eigenen Forscherdrang nachzugehen. Als Mensch bin ich einfach neugierig und möchte wissen, wie und warum bestimmte Dinge funktionieren. Das ist beeindruckend und bringt oft auch neue Heilansätze hervor. Die medizinische Forschung hat jedoch grundsätzlich das Problem, dass sie immer nur einzelne Teilaspekte des menschlichen Körpers im Detail beobachten und erforschen kann. Sie pickt sich einen Sachverhalt isoliert von anderen heraus und untersucht diesen genauer. Daraus können dann schließlich bestimmte Schlüsse gezogen werden, die jedoch lediglich auch für diesen begrenzten Blickwinkel auf das hyperkomplexe Wunderwerk Mensch gelten. Will heißen: Nur weil es Wissenschaftlern (noch) nicht gelingt, den technischen Nachweis beispielsweise für die Wirksamkeit der Phytotherapie bezogen auf das Untersuchungsmodell zu erbringen, kann deren Wirkung generell aber auch nicht ausgeschlossen werden. Es ist also nicht die Wissenschaft selbst, die behauptet, dass die Phytotherapie grundsätzlich nicht funktioniert, sondern diejenigen, die aus der im Experiment (noch) nicht nachweisbaren Wirksamkeit eine Grundsatzentscheidung ableiten wollen. So wie es in dem Falle unmöglich war, die Wirksamkeit zu bestätigen, ist es im Umkehrschluss genauso unmöglich, die generelle Nichtwirksamkeit der Methodik als solche zu attestieren. 

Ein anderer Blickwinkel

Was wieder einmal nach Wortklauberei klingt, hat aber in Bezug auf das Vertrauen der Menschheit in das gewaltige Heiler- und Versogerpotenzial der Natur extrem reale Auswirkungen. Es entsteht somit oft der Eindruck, die Wissenschaft könne die Welt, in der wir leben nahezu vollumfänglich erklären und beschreiben. Aber genau das kann sie leider nur zu einem winzig kleinen Teil. Wer daraus ableitet, dass es bestimmte empirische Phänomene daher grundsätzlich nicht geben kann, der begeht logisch betrachtet denselben Fehler, wie diejenigen, die aus der Wissenschaft den schulmedizinischen Gralshüter der Moderne machen wollen. Das Problem einer derartigen Sichtweise liegt meines Erachtens genau darin, dass sie aus einem verbindenden „Und“ ein ausschließendes „Oder“ macht. Moderne Medizin kombiniert mit althergebrachten Heilmethoden wäre nicht nur eine Bereicherung für die Gesellschaft, sondern hätte auch für den Einzelnen zur Folge, dass sein natürliches Grundvertrauen in die Natur gestärkt würde, statt es weiter zu erschüttern.

„Was, wenn es wieder ein Virus gibt, gegen das die Forschung keinen Impfstoff entwickeln kann?“, lautet die bange Frage, derer, die gesundheitliche Ängste entwickelt haben. Aber genau hier wird der Unterschied der beiden Sichtweisen deutlich. Wer auf die Milliardenjahre alte natürliche Heilerfahrung des Biosystems Erde vertrauen kann, hat auch in solchen Momenten keinen Grund zu verzweifeln. Die Natur findet nicht nur einen Weg hinsichtlich der Entstehung neuer Viren und Bakterien, sondern hat im selben Atemzug auch immer das passende „Kraut“ dagegen in petto. Keine Reaktion ohne Gegenreaktion!

Was tun?

Will ich die gesundheitlichen und existenziellen Ängste wieder loswerden, so gelingt das am besten dadurch, dass ich mir und meinem Körper wieder vertrauen lerne. Wenn sich irgendetwas gut und gesund anfühlt, dann ist das in aller Regel auch so! Ich benötige hierfür sicher keine Absolution oder entsprechende Bestätigung durch die Wissenschaft. Ich kann und darf meinem Körpergefühl mit etwas Übung einfach trauen! Ganz empirisch und ohne statistische Unsicherheitsfaktoren. Genau diese Form der Selbstsicherheit und Unbeschwertheit gilt es für viele Menschen wieder zu erlangen. Und dabei hilft in aller Regel der Gang raus in den Wald. Hinaus an einen Platz, der mir die wichtigsten „Überlebens- und Naturprinzipien“ direkt und ungefiltert vor Augen führt. Einen Platz, an dem ich viel über mich selbst erfahren und Einsicht darüber erlangen kann, wer und wie ich wirklich bin.

Viel Spaß auf Ihrem Weg, raus in die Natur.

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Einfach mal wieder geniessen

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Pure Lebensfreude oder doch lieber solidarische Dauerbetroffenheit?

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Einfach mal wieder genießen

Pure Lebensfreude oder doch lieber solidarische Dauerbetroffenheit?

Als ich die letzten drei Wochen in den skandinavischen Ländern Dänemark, Schweden und Norwegen unterwegs war, fiel mir insbesondere auf, dass die Menschen dort viel gelassener waren und wesentlich respektvoller miteinander umgingen. Egal ob im Supermarkt oder im privaten Rahmen, die meisten waren sichtbar freundlicher und wirkten um ein Vielfaches zufriedener als die Mehrheit der Einwohner hierzulande. Keine Beleidigungen im Straßenverkehr, kein Drängeln in den Geschäften, kein Meckern und Nörgeln, wenn mal etwas nicht so läuft und auch generell weniger spürbare Aggressivität, selbst in den größeren Städten, wie Malmö oder Oslo. Sogar als Gast fühlte ich mich irgendwie entspannter als zu Hause, denn die Zufriedenheit der Umgebung war auf angenehme Weise ansteckend. Da ich öfter auch beruflich dort unterwegs bin, kann ich mittlerweile sicher ausschließen, dass dieser Effekt lediglich etwas mit dem eigenen Urlaubsgefühl zu tun hatte. Irgendetwas scheinen die Nordländer also anders zu machen, als wir hier in Deutschland. Etwas, dass sie ganz offensichtlich zufriedener und glücklicher leben lässt.

Authentisches Lebensgefühl

Sicherlich sind es viele Faktoren, die das Glücklichsein beeinflussen, aber einer der wichtigsten, wie ich finde, ist das Gefühl der Zufriedenheit. Und genau dieses scheint mir dort wesentlich öfters anzutreffen zu sein, als hierzulande. Speziell bei meiner Rückkehr und der Einreise in Deutschland festigte sich dieser Eindruck weiter in mir. Kurz hinter dem dänsich-deutschen Grenzübergang begegnete ich ihr wieder, dieser typisch deutschen Gereizt- und Genervtheit. Und das, obwohl wir objektiv betrachtet, ebenfalls in einem wunderschönen Land leben dürfen. Im internationalen Vergleich gesehen geht es uns doch eigentlich sehr gut. Wie kommt es dann, dass andere Nationen ganz offensichtlich glücklicher, zufriedener und unbeschwerter leben als wir, fragte ich mich in diesem Moment. Warum sind die Menschen hier nicht auch so entspannt?

Gedanklich reise ich ein paar Tage zurück und betrachte mir das Szenario auf einem der tollen Campingplätze, die wir dort besuchten. Ich sehe zum Beispiel den typischen Norweger, der nach einer arbeitsreichen Woche den angenehmen Luxus seines Campers mit einigen Bekannten genießt und so neue Kraft für die bevorstehende Woche tankt. Auch wenn viele der Fahrzeuge dort groß und teuer sind, geht es hier weniger darum, den eigenen Luxus vordergründig zur Schau zu stellen, getreu dem bekannten Werbeslogan: mein Haus, mein Boot, mein Auto. Man genießt, was man hat und insbesondere auch die wertvolle Zeit mit den Freunden. Doch nicht nur die Frischluftfans, selbst die Menschen in den umliegenden Häusern oder entlang der Stadtpromenade mit ihren Geschäften, Restaurants und Cafés genießen ihre Zeit. Kaum einer macht einen gehetzten oder gereizten Eindruck, übrigens auch im Alltag nicht. Ein kurzer Plausch ist immer drin, selbst wenn es zum Beispiel der Fahrer eines Liefer-Lkws in Schweden oder Norwegen sicher genauso eilig hat, wie seine deutschen Kollegen.

Das nordische Geheimnis des Genießenkönnens

Wenn ich es auf einen kurzen Nenner herunterbrechen müsste, würde ich sagen, es ist diese Fähigkeit des Genießens und die Dankbarkeit, die dort wesentlich intensiver spürbar ist, als in den heimischen Breiten. Egal ob großes oder kleines Boot, Haus, Auto oder was auch immer. Man genießt, was man gerade hat und man darf es sogar zeigen, ohne dabei den Neid oder die Missgunst der anderen heraufzubeschwören. Niemand kommt um die Ecke und erklärt den „Genießern“, dass dieses Verhalten vielleicht gerade jetzt, angesichts vom Ukrainekrieg, Corona oder den Klimaproblemen ethisch und politisch nicht korrekt wäre. Keiner versucht, den anderen in irgendeiner Form dahingehend zu bekehren, dass „offene Zufriedenheit“ in diesen Tagen angesichts des weltweiten Leids wohl besser zu unterlassen wäre. Vermutlich würden sich dies die Nachfahren der Wikinger auch nicht gefallen lassen, denn trotz des Genusses auf der einen Seite, ist man sich der Verantwortung für Natur, Mensch und Klima auf der anderen Seite sehr bewusst. Man geht auch im Norden nicht leichtfertig mit Gefahren oder Ressourcen um, selbst wenn man es aufgrund des immenshohen Anteils von natürlich produziertem Strom möglicherweise sogar könnte.

Warum ist das Genussgefühl (lebens)wichtig?

Die Fähigkeit das Leben in vollen Zügen genießen zu können, gerät trotz – oder vielleicht auch gerade wegen - des sehr hohen Lebensstandards in Deutschland hingegen immer mehr unter die Räder. Warum ist Genuss oder die Fähigkeit des Geniessenkönnens eigentlich so wichtig? Der Genuss ist ein wichtiger Teil der Ausdrucksweise menschlicher Lebensfreude. Sie gibt einem im wahrsten Sinne des Wortes das Gefühl, mit sich selbst und dem aktuell Erlebten auf eine angenehme und energetisch bereichernde Weise rundum zufrieden zu sein. Man ist eins mit dem Leben. Es entsteht so ganz automatisch ein Zustand tiefer Verbundenheit und Akzeptanz, und genau der ist für ein gesundes und erfülltes Leben immens wichtig. Fehlt dieses Gefühl, so gerät der Mensch immer weiter aus der körperlich-seelischen Balance, was sich über einen längeren Zeitraum hinweg dann früher oder später auch körperlich spürbar machen wird.

von Dirk Stegner

27. Juni 2022

„[...] Lass mich das Ganze mal aus einer anderen Perspektive beleuchten. Mag sein, dass der Bettler in der Fußgängerzone derzeit einen sehr schlimmen Lebensabschnitt durchmacht. Es ist aber bestimmt so, dass diese Situation Teil seiner eigenen Wahrheit ist. Einer Wahrheit, welche Du nicht kennst, von der Du aber denkst, Du wüsstest alles darüber, weil es Obdachlosen per se einfach schlecht gehen muss.

Hast Du mal darüber nachgedacht, dass diese Situation für ihn auch so etwas wie ein Lernabschnitt in seinem Leben sein könnte? Vielleicht auch der Anfang von einem neuen Leben. Wolltest Du Dir anmaßen, darüber zu entscheiden, dass es für ihn „schlecht“ sein muss so zu leben? [...]“

Auszug aus: Dirk Stegner „In Wahrheit ich“

Was hält uns Deutsche eigentlich davon ab?

Genau diese Form der Lebensfreude scheint in Deutschland für viele zunehmend weniger greifbar. Offener Genuss gerät, nicht erst seit dem Beginn des Ukrainekrieges, mehr und mehr in Verruf. Immer häufiger steht vielerorts die Frage im Raum, ob man das grundsätzlich noch sollte. Darf ich als verantwortungsvoller Mensch heute überhaupt Freunde treffen, sie umarmen oder gemeinsam Essen und Tanzen gehen, gerade jetzt, wo Corona laut Medienberichten schließlich immer noch eine akute Gefahr für vulnerable Gruppen darstellen könnte? Sollte ich noch verreisen in Zeiten, in denen unser Klima durch zusätzliche, vielleicht vermeidbare Belastungen in Gefahr zu sein scheint? Sind öffentliche Feste und Großveranstaltungen angesichts des Leids in der Ukraine überhaupt noch moralisch vertretbar? Die Auslöser und Gründe für einen kollektiven Verzicht auf Genuss und Lebensfreude sind augenscheinlich vielfältig. Offenbar genauso vielschichtig, wie die Möglichkeiten, damit umzugehen. Unsere skandinavischen Nachbarn jedenfalls scheinen einen entspannteren Weg gefunden zu haben, mit diesem moralischen Dilemma klarzukommen. Weniger hysterisch und prinzipbetont, dafür einfacher ein Stück weit menschlicher und persönlicher, wie es ihrer naturverbundenen Lebensweise entspricht. 

Ein lehrreicher Blick in die Natur

Blicken wir hierzu vielleicht mal wieder raus in die Natur. Auch sie nimmt Anteil am „Leid“ ihrer Umgebung. Im Unterschied zum Menschen allerdings nicht durch ständiges Kundtun wohlwollender Absichten oder durch mitleidiges „Händchenhalten“, sondern durch konkrete Taten. Ihre Hilfe entsteht nicht aus einem moralischen Schuldempfinden, statt dessen agiert sie aus dem tiefen system- und artenübergreifenden Bewusstsein heraus, dass alles immer mit allem anderen verbunden ist. Egoistische Alleingänge machen aus ihrer Sicht daher wenig Sinn, Selbstaufopferung aber eben auch nicht. Die Hilfe untereinander geht nie so weit, dass helfende Individuen sich oder ihre Lebensfreude / -grundlage dabei selbst aufgeben würden. Man hilft sich nicht um lediglich anderen beweisen zu können, wie „solidarisch“ man im Grunde seines Herzens doch ist. Die Notwendigkeit des Beweises alleine macht schon deutlich, welche Selbstzweifel viele Menschen in dieser Hinsicht häufig quälen. Welche Krise auch ansteht, das Leben geht in jedem Falle für Betroffene und Nichtbetroffene weiter. Aus natürlicher Sicht macht es keinen Sinn, zugunsten eines anderen auf die eigene Lebensfreude zu verzichten. Was würde es jemandem, dem es schlecht geht auch nutzen, wenn er mitansehen müsste, wie es dem Helfenden „solidarisch“ nun ebenfalls schrittweise schlechter geht? Helfen bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben. Wer materiell, mental und physisch irgendwann nichts mehr hat, kann logischerweise auch niemandem mehr helfen. Resignation, Frust, Wut oder Burnout sind die zwangsläufigen Begleiter einer derartigen „Daueraufopferung“.

Geteiltes Leid, ... 

Viel sinnvoller erscheint es da, lieber die eigene Lebensfreude mit anderen zu teilen und nicht den mentalen Zustand des Leidens. Nichts ist so ansteckend wie ein freudiges Lachen aus tiefstem Herzen heraus, auch und gerade in Zeiten der Trauer und Verzweiflung. Wer hat es nicht schon erlebt, wie die liebevolle Unbedarftheit eines Kindes oder Tieres einem selbst aus so manch dunklem Gedankenverlies heraushalfen? Es ist Zeit, das Leben wieder auf eine neue, authentische Weise zu genießen, trotz, oder gerade weil, die eine oder andere Herausforderung auf die Menschheit wartet. Den Frust und den Ärger mal beiseitezulegen, und sich auf ein Gefühl der Dankbarkeit und Zufriedenheit zu fokussieren, am besten gemeinsam mit anderen. Oft sind es dabei die kleinen Dinge, die bereits große Veränderungen bewirken können. Probieren Sie es aus und leben Sie gerade in diesen wunderschönen Sommertagen einfach mal wieder los. Genießen Sie Ihren Tag, und zwar heute, nicht irgendwann!

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Wie ferngesteuert

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Eine kleine Übung, wenn die Erdung fehlt.

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Wie ferngesteuert

Eine kleine Übung, wenn die Erdung fehlt.

Die Tage und Wochen vor dem Urlaub sind leider oft wieder einmal die hektischsten. Es gibt noch so vieles, das unbedingt vor dem Start in die Ferien erledigt oder geklärt werden muss. Jedes Mal nehme ich mir erneut vor, gerade diese Zeit mal langsamer anzugehen und den Alltag gewissermaßen ausschleichen zu lassen, aber es klappt leider nie. Deshalb sitze ich auch diesmal länger als gewöhnlich vor dem Monitor, arbeite und bereite mich nebenbei mit einem kleinen Abstecher in die norwegische Nachrichtenwelt sprachlich und bildungstechnisch zumindest etwas auf unseren bevorstehenden Skandinavientrip vor.

Bei einem Beitrag über das norwegische Gesundheitssystem bleibe ich geistig hängen. Der Sprecher gibt an einen Experten ab, der von neuesten Forschungsergebnissen und darauf basierenden Empfehlungen des dortigen Gesundheitsministeriums berichtet. Es geht um die Zeit, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor den Bildschirmen von Computern, Tablets oder Fernsehern verbringen. Der Fachmann rät dazu, Kinder unter 2 Jahren gar nicht erst vor „die Kiste“ zu setzen und auch die Bildschirmzeit für ältere Kids und Teenager auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen. Weg von iPad oder Xbox, hinaus an die frische Luft mit mindestens zwei bis drei Stunden Bewegung täglich. Und auch den Erwachsenen empfiehlt die Gesundheitsbehörde mehr sportliche Betätigung, um die physische und psychische Gesundheit zu erhalten, oder besser noch, zu stärken. Eltern hätten dabei eine Vorbildfunktion mahnt der Sprecher sanft, denn Kinder lernen am ehesten durch positive Vorbilder und nicht durch Verbote.

Wie ferngesteuert

Touché, denke ich. Auch mir könnte gerade im Moment etwas mehr Bewegung recht guttun. Also erhebe ich mich von meinem Stuhl und beschließe, eine kurze Runde durch den Wald zu drehen. Auf dem Weg dorthin spüre ich deutlich, wie abwesend ich eigentlich die Straße Richtung Forst entlang steuere. Mein Körper scheint anwesend, aber der Rest von mir irgendwie nicht. Schilder und Verkehrsteilnehmer fließen an mir vorbei. Alles läuft wie in einem Film, der mich selbst gar nicht zu betreffen scheint. Am Ziel angekommen braucht es diesmal satte 30 Minuten Spaziergang im Grünen, bevor ich langsam wieder bei mir selbst ankomme.

Während sich vorher alles ein wenig wie „ferngesteuert“ anfühlte und der Kopf immer noch in Dauerschleife die Aufgaben aus dem Büro abarbeitet, wird es nun ruhiger. Ich spüre meinen Körper wieder und auch die diffuse Gedankenlast verschwindet mit jedem Schritt ein kleines bisschen mehr. Wie die Bäume und Pflanzen in meiner Umgebung bin ich langsam ebenfalls wieder „geerdet“ und spüre, wie eine klare Energie in mir zu fließen beginnt. Es fühlt sich leicht und frisch an. Der diffuse Schwebezustand in meinem Kopf weicht einem deutlich vernehmbaren Gefühl der kraftvollen Verbundenheit. Als hätte ich direkt auf einer gigantischen Ladestation platzgenommen, fließt wieder neue Energie durch meinen Körper.

von Dirk Stegner

12. Mai 2022

„[...] Damit die Kommunikation mit diesem Gerät [Computer / Rechenmaschine] einfacher funktioniert, beginnt er die Welt zunehmend auch aus ihrer Perspektive zu betrachten. Und genau hier wird die Sache problematisch, denn Menschen sind eben keine Maschinen. Sie funktionieren nicht binär und mit Strom, sondern gewinnen ihre Energie aus ganz anderen Quellen. Computer brauchen keine Zuneigung, keine menschliche Nähe, ja nicht einmal organische Nahrung. [...]“

Auszug aus: Dirk Stegner „Trennungsgedanken“

Trennung von Geist und Körper

Langsam wird mir bewusst, was dieser Zustand mangelnder Erdung in mir auslöste. Mein Dasein spielte sich förmlich nur noch im Kopf ab. Der Rest des Körpers war einfach außen vor. Nicht nur der Bewegungsapparat, sondern vor allem auch die Gefühlswelt, nebst Bauchgefühl. Durch die digital geförderte Trennung von Geist und Körper war ein Teil von mir einfach wie abgeschnitten. Wie ein gefällter Baum zwar kurz im Frühling noch einmal austreibt, danach aber vertrocknet, scheint es auch mir selbst zu ergehen, wenn ich lediglich mein Gehirn mit virtuellen Inhalten füttere, statt auf ein energetisch weit umfangreiches Spektrum analoger „Kost“ zu setzen. Wie so häufig im Leben, macht wohl offensichtlich auch in dieser Hinsicht letzten Endes die Dosis das Gift.

Eine kleine Übung

Damit Du Dich in solchen Fällen zwischendurch ab und zu einfacher wieder „erden“ kannst, hier vielleicht eine kurze Übung, die genau diesen Vorgang unterstützt. Sinn und Zweck der im Folgenden beschriebenen Atemübung ist es, Dich als Mensch wieder intensiver mit der Natur zu verbinden und den energetischen (Durch)Fluss erneut gezielt herzustellen. Das sorgt für einen „direkteren Draht“ zur Natur und damit letzten Endes auch zu Dir selbst.

Der Atemzyklus
  • Konzentriere Dich bewusst auf Deine Atmung. Atme zum Beispiel das Gefühl von Klarheit tief „durch“ das Herzchakra (Herz- / Brustbereich) ein und stell Dir vor, wie Du beim darauffolgenden Ausatmen all die geistigen Nebelschwaden durch Deinen Körper vom Herzen an abwärts über den Bauchraum, den Unterkörper, die Beine und die Füße in den Erdmittelpunkt hinein wieder kraftvoll ausatmest.

  • Mit dem nächsten Atemzug atmest Du die durch die Erde gereinigte und gefilterte Energie erneut über die Füße ein, durch den ganzen Körper hindurch und zum Kronenchakra (Zentrum der Schädeldecke) nach oben in Richtung Himmel wieder aus.

  • Beim darauf folgenden tiefen Atemzug saugst Du die neue und klare Energie durch das Kronenchakra ein und atmet anschließend durch das Herzchakra aus.
Durchführung

Diese Atemübung kannst Du dabei sowohl im Stehen, als auch im langsamen Voranschreiten mehrmals wiederholen, mindestens jedoch dreimal. Spüre, wie Körper und Geist schrittweise ruhiger werden und die gedankliche Last des Alltags immer weiter von Dir abfällt. Führe diesen Zyklus solange aufmerksam durch, bis Du deutlich spürst, dass Du wieder ganz in der Gegenwart angekommen bist, und zwar auf allen Ebnen und nicht nur mit dem Kopf. 

Im Anschluss an diese Atemübung konzentrierst Du Dich nun voll und ganz auf Deine Schritte. Nimm wahr, wie sich der Boden unter Deinen Füßen anfühlt. Spüre jeden Schritt und achte dabei auch auf Deine Geschwindigkeit. Trabst Du noch oder gehst Du schon? Sind Deine Schritte harmonisch oder fühlt sich das Ganze noch etwas hölzern an? Nimm Dir einfach so lange Zeit, bis Du eine deutliche Besserung wahrnehmen kannst. Ein gutes Anzeichen dafür sind neben der langsam wieder einsetzenden Leichtigkeit übrigens auch ein spürbares Fließen Deiner Bewegungen. Das Gefühl der Benommenheit oder einer gewissen Getriebenheit sollte dann langsam dem der Lebendigkeit gewichen sein. Die Wahrnehmung wandert dabei fast automatisch wieder von innen nach außen. Genieße Deine Anwesenheit im Wald und die kurze Auszeit in der üppigen Fülle des neuen Grüns der Blätter.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Kein Tropfen ist zu klein

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Auch in winzigen Schritten zufrieden ans Ziel kommen

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Kein Tropfen ist zu klein

Auch in winzigen Schritten zufrieden ans Ziel kommen

Es gibt Abschnitte im Leben, da scheint einfach nichts voranzugehen. Was auch immer ich tue, ich komme irgendwie nicht weiter. Dabei gebe ich mir so viel Mühe und kämpfe täglich gegen den inneren Schweinehund und mangelnde Disziplin an. Es scheint fast so, als würde jeder meiner Versuche, mich in großen Schritten dem selbst gesteckten Ziel zu nähern, im Handumdrehen zusätzlich auch noch durch äußere Umstände vereitelt. Statt mich in Ruhe der Arbeit widmen zu können, meldet sich plötzlich ein Freund, der Hilfe benötigt. Dazu ist eines unserer Haustiere krank und braucht mehr denn je meine Aufmerksamkeit. Zudem verlangt die oft sehr spontane Entwicklung der staatlichen Corona-Regeln nach schneller Planänderung und Handlungsbereitschaft, um das eigene geschäftliche Bestehen nicht zu gefährden. Und nun, als ob das alles nicht schon genug wäre, bedroht obendrein das Schreckgespenst eines Krieges das tägliche Wirken und führt mir wieder einmal sehr deutlich vor Augen, dass auch die ausgefeiltesten Zukunftspläne sich von einem Moment auf den anderen jederzeit in Luft auflösen könnten. Wie soll man da nur ruhig bleiben?

Mit der Karotte vor der Nase

Da kann sich durchaus mal ein wenig Frust und Schwermut breitmachen. Das war schon mal einfacher! Wofür habe ich denn all die Jahre hart gearbeitet, wenn das Ziel jetzt zwar zum greifen nahe scheint, sich aber dennoch gerade durch die äußeren Umstände irgendwie nicht erreichen lässt? Das Bild von Paulchen aus der Zeichentrickserie „der rosarote Panther“ ploppt vor meinem geistigen Auge auf. Ich sehe ihn deutlich, wie er auf einem Pferd sitzend versucht, den lahmen Wallach mit einer Karotte vor dessen Nase an einer Angel baumelnd zum Galoppieren zu animieren. Das Ross rennt darauf zu, kann jedoch die auf- und abschwingende Rübe nicht erreichen, denn der Reiter nebst Angelrute im Rücken bewegen sich ja auf jedem Meter mit. Genau so fühle ich mich in diesem Moment. Wie das Pferd, das stetig weiter trabt, obwohl es instinktiv spürt, dass die Möhre vor der Nase auf diese Weise nicht zu erreichen sein wird, egal wie groß auch immer die beherzten Schritte sein mögen.

Ein guter Zeitpunkt, um innezuhalten und zu prüfen, was oder wer einem da buchstäblich im Genick sitzt, finde ich. Und, ob es in diesen Zusammenhang vielleicht Sinn machen könnte, etwas kleinere Schritte zu unternehmen, die mir gleichzeitig mehr Zeit für schnellere Richtungswechsel geben würden. Also, nichts wie raus aus dem Büro und rein in den Wald. Mit einem bisschen Abstand vom eigenen Tun und jedem Meter, den ich zurücklege, kann ich dort auch die alltäglichen Sorgen und Nöte ein Stück weit hinter mir lassen und mich leichter darauf konzentrieren, was ich denn eigentlich erreichen wollte. Was war mein ursprüngliches Ziel und wie weit habe ich mich durch unerwünschte „Reiter“ mit dem Leckerli vor meiner Nase baumelnd davon abbringen lassen?

von Dirk Stegner

28. März 2022

„[...] Die Erkenntnisübung wirkt dabei so, als würden Sie, vor einem Hindernis stehend, ein paar Schritte zurücktreten, um dadurch eine freiere Sicht auf alternative Pfade drumherum zu erlangen. Und genau aus diesem Grunde ist der veränderte Blickwinkel speziell dann so wichtig, wenn wir durch Druck und Panik den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. [...]“

Auszug aus: Dirk Stegner „Natur-Coaching“

Selbsterkenntnis als Wegweiser

Als ich so durch den Wald wandere, gelange ich an einen alten Forstweg, der mir immer eine willkommene Abkürzung zu einem meiner Lieblingsplätze bietet. Aber heute habe ich Pech. Die schweren Baumerntemaschinen und Holzlaster haben die Route zusammen mit den Regenfällen der letzten Tage in eine unpassierbare Schlick- und Matschgrube verwandelt. Die Abkürzung fällt heute also aus und ich muss doch den längeren Weg neben dem Bachlauf in Kauf nehmen. Als ich so dort am kleinen Rinnsal entlang marschiere, fallen mir ein paar Steine auf, die das Wasser auf ganz besondere Weise glattgeschliffen hat. Sie sind angenehm glatt, wie ein Handschmeichler, jedoch haben sie auch kleine, aber feine Mulden in ihrer Mitte. Es scheint so, als hätten sie viele Jahre unter einem stetig fließenden Wasserstrahl gelegen, der diese interessante Form aus ihnen herausgespülte. „Sieh mal an! Kein Tropfen ist also zu klein, als dass er nicht im Laufe der Zeit ein beachtliches Loch in den Stein waschen könnte.“, erkenne ich respektvoll die natürlichen Kräfte an. 

Genau das ist es, das ist die Lösung! Es ist gar nicht notwendig, irgendetwas im Leben erzwingen zu müssen. Es reicht auch aus, sich völlig entspannt und in kleinen Schritten, dem Ziel zu nähern. Wichtig ist nur, die Beharrlichkeit und die Regelmäßigkeit, ohne dabei in irgendeiner Weise zu verkrampfen. Wenn ich mich meinem Ziel täglich vielleicht auch nur ein kleines Stückchen nähere, dann wirkt dies genauso wie jeder einzelne Tropfen, der diesen Steinen ihre Form verlieh. Kein einziger davon war vermutlich druckvoll und hart. Ganz im Gegenteil. Das Wasser war weich und sanft. Dennoch hatte es über all die Jahrzehnte genug Kraft, um diese selbst für einen geübten Handwerker nicht leichte Arbeit verrichten zu können.

Was heißt das nun für mich?

Übertragen auf mein Leben bedeutet dies, dass aufkommender Frust und Unmut über die scheinbar schwierige Lage gar nicht sein müssen. Sie sind völlig unnötig, denn mein Ziel erreiche ich, wie das fließende und manchmal formende Wasser auch dann, wenn ich im wahrsten Sinne des Wortes, den Dingen einfach mal ihren Lauf lasse und mich selbst zurücknehme. Statt stur den Blick auf die Widrigkeiten zu lenken und dann frustriert darüber zu sein, dass ich meine Tagesetappe wieder mal nicht gemeistert habe, sollte ich mich lieber auch über kleinste, fast unsichtbare Fortschritte freuen. Selbst wenn der Tag einfach nicht mehr hergab, könnte ich darüber glücklich sein, dass es zumindest ein winziges bisschen vorwärtsging, statt mich über das vermeintlich zu schlechte Ergebnis zu ärgern. Der kleine Tropfen macht mir bewusst, welche Kraft selbst in ihm stecken kann, auch wenn er alleine natürlich keinen Stein verformen kann. Die Regelmäßigkeit machts, nicht die Größe der Schritte!

Der lebenswichtige Perspektivenwechsel

Speziell in der aktuellen Situation ist es wichtig, genau dies für sich erkennen zu können, denn diese Einsicht unterscheidet einen gelungenen Tag von einem in Frust, Wut oder Angst. Sie entscheidet darüber, ob ich mich trotz all der widrigen Umstände dankbar und kraftvoll oder lediglich frustriert und schwach fühle. Ein Unterschied, der auf lange Sicht, ähnlich wie der stete Tropfen, eines Tages auch über die eigene gesundheitliche Verfassung entscheiden kann. Und zwar im Positiven, wie im Negativen. Es lohnt sich also, von Zeit zu Zeit den eigenen Blickwinkel selbstkritisch zu prüfen: Blicke ich tatsächlich noch in Richtung zielführender Möglichkeiten oder beraubt mich die pessimistische Aussicht auf eine Vielzahl von Problemen und Sorgen jeden Tag ein kleines bisschen mehr meiner Lebenskraft und -freude? Und warum bin ich eigentlich so schwarzseherisch?

Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber der eben angesprochene Perspektivenwechsel, hat überhaupt nichts mit einer beschönigenden Sicht durch die sprichwörtliche „rosarote Brille“ zu tun. Es geht hier vielmehr um die Justierung der inneren Einstellung. Wie ich Dinge wahrnehme bestimmt letzten Endes auch die Art und Weise, wie ich lebe. Ob das Glas nun halb voll oder leer ist, macht rein messtechnisch sicherlich keinen Unterschied. Es lebt sich nur viel leichter in der Gewissheit, eines halbvollen Glases. Statt mir Sorgen darüber zu machen, dass mir „nur noch“ die Hälfte des Inhalts zur Verfügung steht, kann der Ausblick darauf, dass man ja „erst“ fünfzig Prozent davon getrunken hat auch ein sehr gutes Gefühl geben. Es ist ja schließlich noch einiges übrig. Die entsprechende Sichtweise auf ein und dieselbe Menge kann je nach Blickwinkel emotional eben einen gravierenden Unterschied bedeuten. Es ist nicht der wissenschaftlich exakte Füllstand des Glases, sondern die aus dessen Wahrnehmung resultierende Gefühlskulisse, die Letztenendes die Zustände im eigenen Körper bestimmt. Fühlt sich das Szenario gut oder schlecht an? Genau diese Entscheidung trifft der Mensch stets für sich selbst, und zwar immer und in jeder Sekunde seines Lebens.

Aus diesem Grunde lohnt vielleicht auch ein intensiver Blick darauf, wer da wie Paulchen Panther auf mir sitzt und mir die Karotte vor die Nase hält. Sind es tatsächlich die äußeren Umstände oder bin ich es am Ende des Tages vielleicht sogar selbst? Mit etwas Abstand und der nötigen Ruhe betrachtet, lässt sich dieses Rätsel sicherlich einfacher lösen und nimmt damit in Folge auch den Druck und die Unzufriedenheit aus meinem eigenen System. Also, worauf noch warten?

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Sicher in unsicheren Zeiten

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Die Intuition als Wegweiser im Alltag sinnvoll nutzen

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Sicher in unsicheren Zeiten

Die Intuition als Wegweiser im Alltag sinnvoll nutzen

Ein klein wenig kann einem die aktuelle Situation schon Angst machen. Zumindest geht es mir im Moment so. Obwohl sich erstaunte Laien und verwunderte Fachleute gegenseitig täglich engagierte Rede- und Wissensduelle liefern, verringert sich die empfundene Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung dadurch kaum. Ganz im Gegenteil. Sie nimmt eher mit jedem konsumierten Nachrichtenbeitrag stetig zu. Egal ob Wirtschaft, Klima oder Gesundheitswesen, die unterschiedlichen Prognosen der Experten scheinen in all diesen Bereichen ständig weiter auseinanderzudriften. Zurück bleibe ich, als interessierter, aber verwirrter Beobachter des ganzen Szenarios und versuche mir notgedrungen täglich selbst einen Reim auf das eine oder andere aktuelle Geschehen zu machen. Dabei beginnen meine Gedanken zu kreisen, bis mir irgendwann fast schwindelig wird und ich am Ende das Ziel vollends aus dem Auge verliere. Wem soll ich denn nun trauen? Wie wird sich mein bekanntes Leben in den nächsten Monaten und Jahren ändern? Was ist zukünftig richtig und was falsch?

Der Reset draußen im Wald

Während ich aus Angst davor, irgendeine wichtige Information zu verpassen, immer häufiger auf einen der Nachrichtenkanäle zappe, wird das Chaos meiner Gedankenwelt leider nicht besser. Mit jedem Versuch, mich rational und gedanklich der Sache zu nähern, verliere ich den kurzzeitig erhaschten Lichtblick gleich wieder aus dem Auge. Es will mir einfach nicht gelingen, etwas Ruhe in „mein System“ zu bringen. Also nichts wie raus an die frische Luft. Der Sauerstoff und die Bewegung werden mir sicher guttun und so etwas wie einen geistigen Reset ermöglichen. Ganz so wie bei einem Computer, der sich während der Bearbeitung eines Vorgangs aufgehängt hat.

Bereits die ersten Meter des aufgeweichten Forstwegs, fordern heute meine volle Konzentration, um nicht auszurutschen und geradewegs im Dreck zu landen. Danach wird der Weg besser und ich merke, wie der Qualm aus meinen heißgelaufenen Hirnwindungen auf jedem Meter förmlich vom Wind herausgeblasen wird. Ich lasse die Gedanken bewusst weiterziehen und versuche, den vollgesogenen Schwamm in meinem Kopf vorsichtig auszuwringen. So voll, wie er gerade ist, kann er definitiv nichts Neues aufnehmen, und schon gar keine wichtigen oder sinnvollen Entscheidungen treffen. „Erst mal ein wenig ruhiger werden und auch die Verzweiflung darüber loswerden, dass ich selbst keinen Plan mehr habe, wo mich die Reise wohl hinführen wird“, denke ich mir und setze mich auf einen Baumstumpf in der Nähe.

Vom Gedanken zum Gefühl

Von meinem Platz aus sehe ich, wie der Wind mit den Wolken spielt und sie unablässig vor sich hertreibt. Ab und an schafft er es sogar, den trüben Vorhang kurzzeitig ein Stück beiseitezuschieben und mir die noch extrem zarte Frühlingssonne ins Gesicht scheinenzulassen. Das tut gut und fühlt sich angenehm warm an: „Na klar doch, das ist es! Nicht die Gedanken weisen mir den Weg, sondern das, was ich fühle! Alles, was ich brauche, um mich in jedem Chaos dieser Welt zurechtzufinden, trage ich bereits in mir.“ Mein inneres Radar sozusagen, das dem Geist die Möglichkeit gibt, wieder ganz authentisch und unbeeinflusst zu entscheiden. Das Bauch- oder besser Körpergefühl ist es, auf das ich mich in jeder noch so verworren erscheinenden Situation stets verlassen kann. Das heißt, sofern ich mich traue, ihm zu trauen.

von Dirk Stegner

25. Februar 2022

„[...] Da das Bauchhirn als Teil des vegetativen Nervensystems autonom arbeiten kann, ist es gleichwohl auch für Stimmungsschwankungen mitverantwortlich. Positiv ausgedrückt könnte man daher sagen, es hilft dabei Gedanken fühlbar zu machen. [...]“

Auszug aus: Dirk Stegner „Weisheit zwischen Wald und Wiese“

Auf den Körper hören lernen

Die moderne Wissenschaft erweckt oft den Eindruck, dass lediglich sie objektiv und unbefangen sein kann. Sie stellt Thesen auf, versucht diese zu beweisen oder zu widerlegen und führt aufwendige Versuchsreihen durch, die letzten Endes im Erfolgsfalle ein statistisch signifikantes Ergebnis liefern. Eine Schlussfolgerung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit also für alle gültig sein sollte. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es sich lediglich um eine Wahrscheinlichkeit handelt. Nur weil beispielsweise 95% der Menschen Nudeln mit Tomatensoße lieben, muss das nicht zwangsläufig auch für mich zutreffen. Ich mag diese Kombi nicht besonders und werde daher selbst gegen den Rat meiner Mitmenschen gerne darauf verzichten.

Was in Bezug aufs Essen noch sehr leicht nachvollziehbar ist, wird in anderen Bereichen schnell zu einem schwierigen Unterfangen. Wenn ich keine auf diese Weise zubereiteten Nudeln mag, zeigt mir das der Körper sehr deutlich und ich werde sie deshalb nicht essen. Was aber, wenn ich merke, dass mir mein Lebenswandel oder die Arbeit, die ich täglich verrichte, nicht guttun? Bin ich in diesem Falle auch so offen für meine Gefühle oder überlasse ich bei diesen „wichtigeren“ Themen dann doch dem wissenschaftlich geprägten Verstand den Vortritt?

Bauchgefühl = unwissenschaftlich?

Die Schwierigkeit, dem eigenen Körpergefühl mehr zu vertrauen als rein rational gedanklich entstandenen Lösungsansätzen, liegt im Irrglauben begründet, dass mein Bauchgefühl völlig losgelöst vom Verstand agieren würde. Daher gilt diese Art der Lösungsfindung landläufig oft als „unwissenschaftlich“ und subjektiv, im Vergleich zu einer rein intellektuell-geistigen Vorgehensweise. Dem ist aber tatsächlich gar nicht so, wie man inzwischen weiß. Der Körper fungiert laienhaft ausgedrückt ähnlich einer Antenne, die ein bestimmtes Radiosignal empfängt. Das Signal selbst ist unsichtbar, jedoch kann die Empfangseinrichtung es aufnehmen und an die Verarbeitungstechnik weiterleiten, die es dann über den Umweg des Lautsprechers für mein Ohr hörbar macht.

Ähnlich sensibel reagiert auch mein Körper auf die „Schwingungen“ in seiner Umgebung. Betrete ich beispielsweise einen Raum, in dem „dicke Luft“ herrscht, so fühle ich mich dort meist auch nicht wirklich wohl. Ein Gefühl des Unbehagens macht sich breit und das Gehirn veranlasst daraufhin einen höflich geordneten Rückzug. Aus der emotionalen Stimmung, die ich so mehr oder weniger unbewusst aufgenommen habe, wird ein körperlich spürbares Gefühl, welches meinem Gehirn entsprechende (nicht „sichtbare“) Informationen über den Zustand des Ortes oder der situativen Umstände liefert. Auch wenn das Gefühl selbst nicht objektiv bewertet werden kann, entsteht dennoch ein auf den Einzelfall bezogener, sinnvoller Handlungsimpuls, der mich dazu veranlasst auf die eine oder andere Weise zu reagieren.

Gravierende Vorteile der Intuition

Da diese Art der Entscheidungsfindung weitestgehend ohne die Notwendigkeit zugrundeliegender Wissens- oder Erfahrungshintergründe auskommt, ist sie einem rein rationalen Entscheidungsprozess gegenüber klar im Vorteil. Es ist hierfür nämlich gar nicht nötig, bereits entsprechende Situationen durchlebt zu haben. Die zugehörige Gefühlskulisse als Auslöser reicht völlig aus. Ebenso wenig ist dieser Prozess auf bestimmte wissenschaftliche Erkenntnisse oder statistische Wahrscheinlichkeiten angewiesen, denn er ist schlicht individuell und empirisch. Mit etwas Übung weist mir mein Gefühl selbst dann den Weg, wenn ich bestimmte Situationen noch nie erlebt habe und ich sie deshalb rational gar nicht wirklich erfassen, geschweige denn bewerten kann.

Genau das richtige also, um mein eingangs beschriebenes Gedankenkarussell des Alltags bei Bedarf wieder etwas abbremsen zu können. Die Rückbesinnung auf meine eigenen, von außen nur sehr begrenzt manipulierbaren Fähigkeiten lässt mich schnell wieder etwas mehr Ruhe finden. Sogar die Angst, einer wie auch immer gearteten Lage unter Umständen nicht rechtzeitig Herr werden zu können verschwindet in dem Maße, in dem ich mich vertrauensvoll auf meine Intuition einlasse. 

„Genau, da war ja noch was, mein innerer Kompass!“ 

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Mehr Schein als Sein?

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Das Potenzial der eigenen Authentizität wieder gezielt nutzen

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Mehr Schein als Sein?

Das Potenzial der eigenen Authentizität wieder gezielt nutzen

Ich muss zugeben, die letzten Tage fühlte ich mich recht genervt. Es war dabei aber nicht der allgemeine Corona-Blues, der sich in mir breitmachte, sondern vielmehr die Beobachtung, dass innere Werte offenbar immer weniger zählen. Alles scheint sich nur noch an der Oberfläche abzuspielen und niemand ist mehr bereit, tiefer ins eigentliche Geschehen und dessen Hintergründe einzutauchen. Die frühere Designmaxime „form follows function“, scheint heute großzügig dahingehend abgewandelt worden zu sein, dass die Funktion schleichend zur Nebensache geworden ist. Hauptsache die Dinge sehen „gut“ aus und lassen sich einem breiten Publikum leicht schmackhaft machen. Der Schein und die Art und Weise, wie „jemand rüberkommt“, rechtfertigt mittlerweile mehr Energieeinsatz als die eigentliche Beschäftigung mit dem Sein.

Jüngstes Beispiel hierfür ist der in Deutschland nun endgültig angekommene Hype um die Elektromobilität. Panikartig wird versucht, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte durch aufgeregtes Handeln möglichst heute noch wettzumachen. Geschickt in Szene gesetzt und staatlich gefördert rollen immer mehr Elektrovehikel auf deutschen Straßen. Statt über die eigentliche Notwendigkeit so mancher Fahrt und den damit verbundenen Energieaufwand nachzudenken, kann man als Besitzer eines Elektro-SUV also wieder mit reinem Gewissen die Kinder vor der Schule absetzen. Das schmucke neue Gefährt verbraucht ja schließlich nur sauberen Strom und keinen stinkenden Diesel!

Grüne Fassaden 

Die grüne Fassade macht auf den ersten Blick leicht vergessen, unter welchen Bedingungen beispielsweise die notwendigen Akkus produziert werden und dass notfalls vielleicht sogar Atomstrom übergangsweise kurzfristig zum „Wohle der Natur“ als umweltfreundliche Technologie umetikettiert werden kann. Von Tankstellen-, Handling-, Langlebigkeits-, Recycling- oder Sicherheitsfragen ganz zu schweigen. Das eigentliche Ziel, also die Reduktion der Umweltbelastung durch allzu ausuferndes Verkehrsaufkommen, scheint in der Planung und Kalkulation der anlaufenden Gesetzes- und Produktionswelle scheinbar gar keine Rolle mehr zu spielen. Andere Möglichkeiten, der Verkehrsflut und ihren negativen Begleiterscheinungen Herr zu werden sind eben nicht so „nice“ und leicht an den Mann oder die Frau zu bringen. Sie machen schlicht weniger Spaß, einem nach außen hin grünen Lifestyle zu frönen.

Wie im Großen, so im Kleinen

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe den technischen Fortschritt, solange er Sinn macht und Mensch und Natur gemeinsam davon profitieren können. Es geht mir mit dem Beispiel auch nicht um Politik, denn die ist ganz sicher nicht mein Metier. Durch die etwas pointierte Darstellungsweise möchte ich vielmehr auf die „zwischen den Zeilen“ mitschwingenden Denkweisen aufmerksam machen, die sich - Influencern und sozialen Medien sei Dank - durch derartige gesellschaftlich akzeptierte Selbstverständlichkeiten mittlerweile bis in private und persönliche Weltbilder viral hineinzumogeln scheinen. Wie im Großen, so im Kleinen könnte man diesbezüglich fast schon sagen, denn auch hier kommen Beschönigungs-, Ablenkungs- und Selbsttäuschungstaktiken mittlerweile häufiger zum Einsatz. Die Vorgehensweisen aus Wirtschaft und Politik färben gewissermaßen immer stärker auf den Einzelnen ab. 

Statt das eigentliche Problem nachhaltig, zielgerichtet und in aufeinander aufbauenden Einzelschritten anzugehen, wird dieses lieber in die Ecke geschoben und hübsch davor dekoriert (z.B. emissionslose Fahrzeuge vor Ort, Stromproduktion außerhalb des Sichtbereichs). Ein gewisser Drang, die momentane unvollkommene Realität dabei gerne gegen eine bessere idealisierte und häufig auch digital gepushte Scheinfassade zu ersetzen, zeichnet sich immer deutlicher ab. „Seht her, ich tu ja was“, lautet oft die Devise, um die eigentlich fehlende zielgerichtete Lösungsstrategie damit sanft zu kaschieren.

Sicher, Wege entstehen vielfach erst im Gehen, aber aus Coaching-Sicht betrachtet, ist die mangelnde Zielvorstellung vor allem ein ressourcentechnisches Problem. Egal ob ich mein Ego bei Facebook gekonnt „pimpe“ oder aber ganzen Wirtschaftsbereichen medial zu oberflächlichem Glanz verhelfe, beides benötigt Energie! Es kostet mit voranschreitender Dauer auch immer mehr Kraft (und globale Ressourcen), die notwendigen Kulissen aufrechtzuerhalten und täglich im wahrsten Sinne des Wortes mit sich herumzuschleppen. Kraft, die mit der Beschäftigung einer zielführenderen, vielleicht aber kurzfristig erstmal schmerzhafteren Wegwahl sicher besser investiert wäre.

Mehr Echtheit

Vom Schein zum Sein lautet der Lösungsansatz, den uns Mutter Natur in vielfältiger Weise mit auf den Weg gegeben hat. Auftretende Herausforderungen werden draußen – natürlicher Intuition sei Dank – zielstrebig in Angriff genommen und nicht übergangsweise durch ausuferndes „Warteschleifenwachstum“ aufgehübscht. Das „Echte“ muss nicht schöngeredet oder aufwendig neu verpackt werden, um irgendjemanden von der eigenen Entschlossenheit zu überzeugen. Die Natur verschwendet keine Energie darauf, um mühevoll planlose Übergangszustände zu kaschieren. Sie geht in sich, setzt den Fokus auf den nächsten (Evolutions)schritt und nutzt ihre Kraft im Anschluss genau für diesen einen. Durch diese Technik sind auch kleine Fehltritte kein Problem, denn es ist durch die Einzelschritttechnik dann nicht nötig, den gesamten Weg zurückgehen zu müssen. Der mit dem bisherigen Weg verbundene Energieaufwand ist somit nicht vergebens, denn der ursprüngliche Kurs kann von dort aus nahtlos fortgesetzt werden.

Das natürliche Konzept dieser Form der „Echtheit“ ist im menschlichen Alltag sicher ebenso von Vorteil und hinterlässt zudem energetisch betrachtet weniger „Verpackungsmüll“. Fragt sich nur, wie es sich auf einfache Weise in das moderne Leben integrieren lässt? Wie werde ich selbst authentischer? Wie kann ich das sich dadurch ergebende Potenzial besser ausschöpfen?

von Dirk Stegner

28. Januar 2022

„[...] Wenn Du Deine Wahrheit erkennst und auch nach dieser lebst, kannst Du immer auch die Erfahrungen machen, die Du willst. Du bist nicht mehr länger darauf angewiesen, Dinge ausprobieren zu müssen, die der Wahrheit anderer entsprungen sind und mit Dir rein gar nichts zu tun haben. [...]“

Auszug aus: Dirk Stegner „In Wahrheit ich.“

Der Natur auf die Finger geschaut

Ganz einfach: Indem ich mich wieder mit mir selbst auseinandersetze, statt andauernd auf andere zu sehen. Entgegen einer landläufigen Meinung ist es für mein Schicksal tatsächlich wenig förderlich, mich stets und ständig danach auszurichten, was andere sagen, meinen oder tun. Am Ende des Tages ist für mich nur entscheidend, was sich für mich gut anfühlt und was aus meiner inneren Warte betrachtet Sinn macht. Der Wegweiser dahin ist allerdings nicht der Kopf, sondern tatsächlich das eigene „Bauchgefühl“. Ein bisschen Übung vorausgesetzt, kann uns dieser wichtige natürliche Helfer im Zweifelsfalle und in schwierigen Lebensentscheidungen immer sicher zurück auf Kurs bringen.

Der regelmäßige Aufenthalt in der Natur unterstützt dabei genau diesen Prozess. Er schafft die benötigte Klarheit, fördert die Ruhe und Ausdauer und verhilft zu neuen Ein- und Ausblicken. Die erfahrbare „natürliche Echtheit“ führt zu neuen Emotionen. Die Emotionen bedingen eine neue positive Gefühlskulisse (Wohlgefühl) und diese wiederum schafft neue Erfahrungsmöglichkeiten. Es entsteht damit nahezu automatisch ein natürlich effektiver und authentischer Regelkreis aus Fühlen, Denken und anschließendem intuitiv sinnvollem Handeln. In kleinen Schritten regelmäßig angewandt, können so alte Verhaltensmuster einfacher durchbrochen und eigene, bisher verschüttet geglaubte Potenziale, wieder für sich selbst erschlossen werden. Zumindest dann, wenn man im ersten Schritt auch bereit dazu ist, die oft so mühsam errichtete eigene Fassade mutig einzureißen, oder probeweise mal für einige Zeit beiseitezuschieben und sich ganz den Prozess einzulassen.

Viel Erfolg bei den ersten Schritten!

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Die Entwicklungs-beschleuniger

  • Dirk Stegner
  • Untertitel Text: Übung: Wut- und Angstenergien in Chancen verwandeln

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Die Entwicklungs-
beschleuniger

Übung: Wut- und Angstenergien in Chancen verwandeln

Es gibt immer mal wieder Situationen im Leben, die einem alles abverlangen. Die so an den Nerven zerren und im negativen Sinne intensiv sind, dass man an manchen Tagen am liebsten schreiend davonlaufen möchte. Die aktuelle Lage ist mal wieder einer dieser besonderen Abschnitte, die sicherlich an keinem einfach spurlos vorbeigehen. Als extrem beunruhigend nehme ich die Spaltung der Gesellschaft wahr, die sogar vor der Familie oder dem engsten Freundes- und Bekanntenkreis nicht mehr haltmacht. Menschen, die sich vorher respektierten und schätzten, werden plötzlich zu erbitterten Gegnern. Ihre Glaubenssysteme haben sich dabei so weit voneinander entfernt, dass keine Brücke mehr lang genug erscheint, um die entgegengesetzten Welten wieder irgendwie vereinen zu können. 

Verhärtete Fronten

Wissenschaftliche Denk- und Blickwinkel lassen für viele Befürworter der staatlichen Maßnahmen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sicherlich jenseits evidenzbasierter Forschung auch keinen anderen Weg aus der Misere geben kann. Jeder der sich dieser aufgeklärten Sichtweise entgegenstellt, handelt aus ihrer Sicht grobfahrlässig und gefährdet damit Gesundheit und Existenz. Im Lager der Gegner hingegen, schaffen die zahlreichen die (gesundheitliche) Freiheit einschränkenden Maßnahmen ein Gefühl des Eingesperrtseins und der Bedrohung des eigenen Seins. Das Individuum fühlt sich in seinen Grundfesten angegriffen und dadurch entsteht eine regelrechte Pattsituation, deren Fronten sich auf beiden Seiten ständig weiter verhärten.

Das „Angst-Dilemma“

So sehr man es auch möchte, man kann sich der meist wutaufgeladenen Situation immer seltener entziehen. Jeder hat aus seinem Blickwinkel betrachtet - und damit seiner Wahrnehmung nach - recht. Soll doch bitteschön der Andere mit dem Unsinn aufhören! Warum sieht er das nicht endlich ein und verhält sich künftig auch so? Kann ja schließlich nicht so schwer sein! Offenbar leider schon, muss man an dieser Stelle sagen. Der Grund hierfür liegt unter anderem in der Tatsache begründet, dass sich beide Parteien auf einer Ebene der Angst begegnen. Jeder Versuch der Lösung der Ängste des Einen verschlimmert dabei jeweils die Ängste des Anderen. Während der eine Angst um seine Gesundheit und die seiner Familie hat, haben andere panische Furcht davor, ihre Freiheit dauerhaft zu verlieren. Begegnen sich die Anhänger beider Lager immer wieder auf diese Weise, ist dieses „Angst-Dilemma“ scheinbar auch nicht zu lösen. Was also tun?

von Dirk Stegner

7. Dezember 2021

Liebe Situation, ich bin nicht Dein Richter, aber Dein Schöpfer. Ich muss nicht beurteilen ob Du gut oder schlecht bist, ich muss lediglich entscheiden, wie ich mich jetzt fühlen möchte.

Die Erkenntnis der Eigenverantwortung schafft neue Horizonte und Handlungsspielräume.

Wie lässt sich der Konflikt ausräumen?

Um aus den eigenen Ängsten herauszukommen, ist vor allem eines von Nöten: Vertrauen, in sich und seine Umwelt. Der Wechsel auf die Vertrauensebene ist auch im Zeitalter der Spaltung zwingend erforderlich, um überhaupt wieder einen Schritt aufeinander zugehen zu können. Im Idealfalle könnte dies zum Beispiel so aussehen, dass die Kontra-Fraktion mehr Verständnis dafür aufbrächte, dass andere Menschen zum Abbau ihrer Ängste einen Teil der Maßnahmen einfach noch übergangsweise benötigen. Im Gegenzug könnte die Pro-Abteilung (an)erkennen, dass der Freiheitsentzug und die Angst vor den Nebenwirkungen einer Impfung genauso belastend sein kann, wie die ständige Befürchtung schwer zu erkranken. Der Perspektivenwechsel könnte auf diese Weise einen schrittweisen Prozess der vertrauensvollen gegenseitigen Annäherung sanft einleiten.

Auch wenn das Lösungsszenario angesichts des aktuell eingeschlagenen politischen Weges vielleicht noch etwas auf sich warten lässt, so liegt es dennoch an jedem Selbst, bereits jetzt die eigenen Segel in Richtung dieses Zieles zu setzen. Es geht dabei nicht etwa um eine verklärte Nachgiebigkeit bis hin zur persönlichen Selbstaufgabe, sondern vielmehr darum, den eigenen Zugang zu sich selbst wieder zu finden und zu intensivieren. Wichtigster Vorteil dieser Bemühungen ist aber folgender: Angst und Wut erweisen sich bei genauerem Hinsehen, entgegen ihrem schlechten Ruf, tatsächlich oft als Beschleuniger der eigenen Entwicklung und nicht als Bremsfaktor. Wem es gelingt, diese Emotionen geschickt für sich zu nutzen, der reitet bildlich gesprochen die stürmische Welle, statt von ihr unkontrolliert davongespült zu werden. Menschen oder Situationen, die uns „Ego-technisch“ und auf rechthaberische Weise in schiere Raserei versetzen, können durch den Perspektivenwechsel zu wahren Entwicklungsbeschleunigern werden.

Wieder mehr Energie für mich:
Raus aus Wut, Vorurteilen und Rechthaberei

Die folgende Übung ist für all jene gedacht, die die lähmende Wut- und Ohnmachtsenergie gerne loswerden möchten, um wieder freien Blick für das zu erlangen, was sie in ihrem Leben wirklich einen Schritt weiter bringt und für neue Möglichkeiten öffnet. Zum Beispiel immer dann, wenn die innere Wut auf andere sie derart blockiert, dass klares Denken, geschweige denn ein Zustand der Ruhe oder Ausgeglichenheit, nicht mehr möglich sind. In diesem Falle hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

Geh ein paar Meter und suche Dir ein ruhiges Fleckchen in der Natur. Danke während der ersten Schritte bereits innerlich für ihre Unterstützung und den geschützten Rahmen, den sie Dir dafür bietet.

  1. Setze Dich entspannt auf einen Baumstumpf oder lehne Dich mit dem Rücken an einen Baum (hervorragend für diese Übung geeignet sind übrigens Eichen, aber auch jede andere Baumart, die auf Dich gerade anziehend wirkt).

  2. Konzentriere Dich bewusst auf Deine Atmung. Atme zum Beispiel das Gefühl von Ruhe und Gelassenheit tief „durch“ das Herzchakra (Herz- / Brustbereich) ein und stell Dir vor, wie Du beim darauffolgenden Ausatmen all den Stress und die Hektik des Tages durch Deinen Körper vom Herzen an abwärts, über den Bauchraum, den Unterkörper, die Beine und die Füße in den Erdmittelpunkt hinein wieder kraftvoll ausatmest.

    Mit dem nächsten Atemzug atmest Du die durch die Erde gereinigte und gefilterte Energie erneut über die Füße ein, durch den ganzen Körper hindurch und zum Kronenchakra (Zentrum der Schädeldecke) nach oben in Richtung Himmel wieder aus.

    Beim darauf folgenden tiefen Atemzug saugst Du die Klarheit von oben durch das Kronenchakra ein und atmest anschließend durch das Herzchakra wieder aus.

    Wiederhole diesen Zyklus dreimal.

  3. Schließe Deine Augen und sage dabei leise oder laut den folgenden Satz:

    „Liebe Situation, ich bin nicht Dein Richter, aber Dein Schöpfer. Ich muss nicht beurteilen ob Du gut oder schlecht bist, ich muss lediglich entscheiden, wie ich mich jetzt fühlen möchte.“

  4. Atme ruhig und tief weiter und spüre, was geschieht. Nimm Dir bitte so lange Zeit für diese Übung wie Du brauchst, um Dich wieder entspannt und gelassen zu fühlen.

  5. Falls nötig, notiere Dir obigen Satz (s. Punkt 3) auf ein Karteikärtchen und nutze ihn auch im Alltag als Mantra in „Wutsituationen“ für circa 3 Wochen.

Viel Erfolg beim Üben und eine gelassenere Zeit.

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